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Die ersten Lebensjahre
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Kinder, die ohne Anreize sich selbst überlassen bleiben, entwickeln sich nicht so gut |
Je stärker das Gehirn eines Kleinkindes angeregt wird, desto mehr Nervenzellen können aktiviert und desto mehr synaptische Verbindungen aufgebaut werden. Interessanterweise wirken dabei nicht nur rein intellektuelle Stimuli, das heißt Fakten, Zahlen und Sprache. Wissenschaftler haben erkannt, dass auch emotionale Anregungen nötig sind. Wie Forschungen erkennen lassen, bilden sich bei Kindern nicht so viele synaptische Verbindungen aus, wenn es ihnen an Körperkontakt fehlt, wenn man mit ihnen nicht spielt und sie auch anderweitig keine Anreize bekommen. Förderung und PotenzialWerden die Kinder dann älter, kommt es sozusagen zu einer Auslese. Synaptische Verbindungen, die nicht mehr gebraucht werden, verkümmern offensichtlich, was für das Potenzial der Kinder von erheblicher Bedeutung sein könnte. „Bekommt ein Kind nicht rechtzeitig die richtigen Stimuli“, erklärt der Gehirnforscher Max Cynader, „bilden sich neurologische Schaltkreise nicht richtig aus.“ Mögliche Folgen sind gemäß Dr. J. Fraser Mustard ein schlechterer IQ, schwache sprachliche und mathematische Leistungen, Verhaltensauffälligkeiten und Gesundheitsprobleme im Erwachsenenalter. Wie es scheint, können also die Kindheitserfahrungen eines Menschen deutliche Langzeitwirkungen haben. Von diesen Erfahrungen kann es abhängen, wie zart oder robust ein Erwachsener ist, wie gut er abstrakt denken lernt und wie einfühlsam er ist. Damit kommt den Eltern eine ganz besondere Rolle zu. Ein Kinderarzt erklärt: „Einer der entscheidenden Aspekte in Verbindung mit diesen frühen Lebenserfahrungen ist eine feinfühlige Elternfigur.“ Eigentlich klingt alles recht einfach: Fördert eure Kinder und umsorgt sie, dann entwickeln sie sich ganz prächtig. Eltern wissen allerdings nur zu gut, dass es leider nicht so leicht ist, Kinder stets richtig zu behandeln. Eine gute Kindererziehung ist nicht immer eine Frage der Intuition. Laut einer Studie wussten 25 Prozent der befragten Eltern nicht, dass die Art, wie sie mit ihrem Kind umgehen, seine Intelligenz, sein Selbstvertrauen und seine Liebe zum Lernen steigern beziehungsweise hemmen kann. Deshalb stellt sich die Frage: Wie lässt sich das Potenzial eines Kindes am besten fördern, und welche Umgebung ist dafür am geeignetsten? Mehr dazu im nächsten Artikel. |
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Erschien im Erwachet! vom 22. Oktober 2004 |